Burgen, Schlösser, Museen und Klöster

15. Siebenschläferausfahrt ins Schwabenländle

aufgezeichnet von Wolfgang Pflicht, Meine. Mit Bildern von Manfred Placzek, Braunschweig


Am 16. Juni 2005 war es wieder soweit. Die Interessengemeinschaft Historische VWs Braunschweig startete mit betagten Volkswagen und Porsche-Sportwagen frühmorgens vom Braunschweiger Flughafen zur 15. traditionellen Siebenschläfer-Ausfahrt zur bisher längsten Tour ins Schwabenländle.

 Start am Braunschweiger Flughafen

Der erste Stopp führte zum Burghotel in Nörten-Hardenberg, wo uns ein reichhaltiges Frühstücksbuffet erwartete. Hier stießen drei weitere Oldtimer dazu: Audi L, Porsche 356 und EMW. Weiter ging es über die Autobahn, Bundes- und Nebenstraßen in Richtung Hammelburg zum Schloss Saaleck.

 Zwischenstopp

Nach kurzer Besichtigung wurde zu Mittag gegessen, um dann die Weiterfahrt in Richtung Süden bis Burgstetten/Murr aufzunehmen. Dort gab es einen ehemaligen Schmalspurbahnhof zu sehen. Vor der Wirtschaft “Zum Bahnhöfle” begrüßte uns überraschend der Braunschweiger Kurt Ahrens und gab aus seiner aktiven Rennfahrerzeit einige Geschichten zum besten.

 Mittagsrast

Nach 520 km erreichten wir unser Hotel für die nächsten drei Nächte, das Landgut Burg in Weinstadt-Beutelsbach, herrlich direkt in den Weinbergen gelegen.

 Hotelumgebung

Am 2. Tag hatten wir schwäbische Begleiter, die uns quer durch Stuttgart ins Porsche-Museum nach Zuffenhausen lotsten. Führung und Erläuterung der Exponate erfolgte durch den Museumsleiter mit dem wiederholten Hinweis, dass in etwa zwei Jahren ein neues Porsche-Museum errichtet und eröffnet werden soll. Eine Werksbesichtigung gab es zur Enttäuschung der Gäste leider nicht.

 Im Porschemuseum

Über Rudersberg, mit kurzem Halt am Motocrossgelände, ging die Fahrt über Zumhof zum Mittagessen in die Burg Waldenstein. Weiter verlief die Fahrt nach Schorndorf-Haubersbronn zur Firma Classic Power, einer Porsche-Restaurierungswerkstatt, wo uns Kfz-Meister Wolfgang Riele mit sichtlichem Engagement seinem Betrieb zeigte. Danach war noch eine Kaffeepause und die interessante Besichtigung des Klosters Lorch angesagt, bevor es wieder zurück zum Hotel Landgut Burg ging.

 Rast zwischen historischen Porschefahrzeugen

Der Abend klang in geselliger Runde mit Wein, Weib und vom Akkordeon begleiteten Gesang in einer Besenwirtschaft in Weinstadt-Strümpfelbach aus. Wir lernten: “Wein saufen ist Sünde; Wein genießen ist beten. ... lasset uns beten!” Mit dem Fahrservice ging es sicher ins Hotel zurück. Lediglich zwei Fußgänger trafen nach längerem Irrweg durch die weitläufigen Weinberge verspätet ein.

 Tagesausklang mit Wein, Weib und Gesang

Am 3. Tag fand natürlich die nächste Ausfahrt statt. Nach Fahrerbesprechung im Autohaus Dannenmann in Strümpfelbach führte uns die Fahrt auf verschlungenen Straßen nach Schloss Langenburg, wobei hinter Inslingen ein Fotohalt mit Blick auf die höchste Autobahnbrücke der BAB 41 sehr beeindruckend war.

 Fotohalt an der höchsten Autobahnbrücke

Nach dem Mittagessen auf der Sonnenterasse des Schlosscafes mit schöner Talsicht besichtigten wir das Deutsche Automuseum im Schloss Langenburg, eine private Oldtimersammlung des Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg. Über Schwäbisch Hall und Winnenden ging es auf bereits bekannter Streckenführung zurück zum Hotel.

 Mittagspause

Am Abend waren wir Gäste der Familie Dannenmann in Weinstadt-Strümpfelbach. Während der Anfahrt mit dem Bus-Shuttle durch die Weinberge wurden die zahlreich aufgestellten Skulpturen betrachtet und kommentiert. Nach der Besichtigung des Autohauses und der gut sortierten Volkswagen-Oldtimersammlung klang der Abend bei Benzingesprächen in geselliger Runde aus.

 Vor dem Automuseum Schloss Langenburg

Am 4. Tag hieß es leider wieder Abschied nehmen; Fisch und Besuch stinken ja bekanntlich nach drei Tagen. Nochmals ging es nach dem Frühstück zum Autohaus Dannenmann in Strümpfelbach. Dort fand ein Fototermin statt, damit die lokale Presse vom Besuch der Oldtimerfreunde aus Braunschweig und Umgebung in Wort und Bild berichten konnte.

 Unsere Fahrzeuge

Nach herzlicher Verabschiedung von unseren Freunden aus dem Schwabenländle ging es über Schwäbisch Gmünd und Aalen zum Schloss Kapfenburg, wo wir in historischer Kulisse im Schlossrestaurant bewirtet wurden. Weitere Pausen in Würzburg und Bad Sooden-Allendorf sorgten auch bei der weiteren individuellen Heimfahrt für Abwechslung.

 Alle zusammen

Etwas müde aber glücklich und mit vielen neuen Eindrücken versehen, näherten wir uns beharrlich dem Ausgangspunkt der Reise. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – im Alter zwischen 15 und 75 Jahren – erreichten nach 1400 km Ausfahrt wohlbehalten und ohne Defekte an den historischen Automobilen ihre Wohnorte. Die tiefstehende Sonne, die uns während der vier Tage permanent begleitet hatte, blinzelte uns zu, als ob sie sagen wollte: ”Tschüß, bis zum nächsten Jahr!”


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